Tirol im Herzen: Ein junges Leben zwischen zwei Welten
Hola, ich bin Brisley – und koche euch ein Stück Heimat
Griaß di! Ich bin Brisley – und bin seit dem Frühling als Jungkoch im Hotel Tipotsch und Restaurant Tiatta tätig. Vielleicht habt ihr schon von meiner Geschichte gehört: Ich bin ein „peruanischer Tiroler“ – oder besser gesagt: Tiroler Auswanderer in fünfter Generation, geboren und aufgewachsen in Pozuzo, einer deutsch-österreichischen Kolonie mitten im peruanischen Regenwald.
Kontakt ins Hotel Tipotsch hatte ich durch Tamara. Als sie für ihre Diplomarbeit nach Pozuzo reiste, lernte sie meine Familie kennen – und so nahm alles seinen Lauf. Ich habe in Lima eine dreijährige Kochakademie absolviert und durfte bereits erste Erfahrungen in Österreich sammeln. Jetzt bin ich hier im Zillertal – und glücklich, meine Leidenschaft fürs Kochen mit euch zu teilen.
Ein bisschen Geschichte aus meiner Heimat
Vielleicht fragt ihr euch, wie Tiroler überhaupt nach Peru gekommen sind? 1857 verließen rund 300 deutschsprachige Auswanderer – darunter viele Tiroler – ihre Heimat, um in Südamerika ein neues Leben zu beginnen. Die Reise war alles andere als einfach: Erst drei Monate auf hoher See um das Kap Horn, dann zwei Jahre zu Fuß durch die Wildnis – ohne eine fertiggestellte Straße. Viele gaben unterwegs auf, aber schließlich kamen rund 165 Kolonisten im Tal von Pozuzo an. Die Straße, die sie in die Zivilisation hätte führen sollen, wurde übrigens erst 1975 fertiggestellt! Bis dahin lebten meine Vorfahren in Abgeschiedenheit – so blieb auch ein Großteil der Tiroler Kultur und des Tiroler Dialektes erhalten.
Kochen ist meine Leidenschaft
Für mich ist Kochen nicht nur Beruf, sondern ein Ausdruck von Lebensart! Aufgewachsen im Regenwaldgebiet (Selva Central), zwischen offenen Holzfeuern, Lehmkochtöpfen und traditionellen Rezepten, lernte ich schon als kleiner Bub von meiner Mama und meiner Nala (Oma), wie man mit einfachen Mitteln große Geschmackserlebnisse zaubert.
Ich liebe es, Geschichten durch Gerichte zu erzählen. Eine meiner Lieblingsspeisen ist der Holzknechtkrapfen – den ich schon in meiner Kindheit kannte - allerdings in der „Pozuziner Version“, ohne Graukäse, den gibt’s im peruanischen Regenwald nämlich nicht.
Heute stehe ich mit Stolz in der Küche des Hotel Tipotsch. Dort darf ich neues Lernen, internationale Köstlichkeiten mit peruanischem Herzblut verfeinern – und Tiroler Klassiker mit viel Fingerspitzengefühl so zubereiten, wie sie in den Alpen seit Generationen gekocht werden.
Ich freue mich darauf, euch geschmacklich zu verwöhnen und mit auf meine kulinarische Reise zu nehmen!
Mein Rezept für Zillertaler Holzknechtkrapfen
Zutaten:
Für den Teig:
- 500 g Mehl
- 1000 ml Milch
- 8 Eier
- 1 Prise Salz
Für die Fülle:
- 800 g gekochte Kartoffeln
- 400 g Tiroler Graukäse (oder würziger Bergkäse)
- 100 g Ziegenkäse
- 400 g Topfen (Quark)
- 8 EL Wasser
- Schnittlauch, Petersilie
- 2 Zwiebel (fein gehackt, in Butter goldgelb angeröstet)
- Salz, Pfeffer, Muskat
Zubereitung:
- Aus Mehl, Eiern, Milch und ein bisschen Salz den Teig anrühren und in einer Pfanne dünne Palatschinken braten.
- Erdäpfel schälen, pressen und zerstampfen. Zu den Erdäpfeln den bröseligen Graukäse, Topfen, Ziegenkäse, Zwiebel und die fein geschnittene Petersilie dazugeben. Damit sich die Zutaten der Fülle besser vermengen, etwas gekochtes Wasser dazugeben. Das Ganze nach Belieben mit Salz und Muskatnuss würzen.
- Die Palatschinken dann mit der Fülle bestreichen und zusammenlegen. Dann die Krapfen noch einmal kurz auf den Grill oder in die Pfanne, damit die Fülle schön warm wird. Schließlich den restlichen Schnittlauch darüberstreuen und die Holzknechtkrapfen mit zerlassener Butter übergießen.
Mahlzeit! Ich wünsche euch einen guten Appetit!
Euer Brisley!






